1. kapitel
heute früh nur eine etwas knappe schachtel gefunden. mit viel gefl... und klebband die schachtel verschnürt und sicherheitshalber noch zusätzlich mal verpackt. nochmals verklebt. paket sah aus wie ich in meiner jeans von vor einigen jahren ;-))). seufz. adresse drauf. alles so weit so gut.
2. kapitel
postbote klingelt. bringt mir den bestellten daunenmantel in quietsch-kirschrot gegen winterdepressionen . postbote weigert sich paket mitzunehmen (machen die sonst bereitwillig da hier tiefste pampas). er sei nur aushilfe und nicht von dem bezirk und das dürfen nur postboten machen die die leute schon länger kennen. armer mann, hatte ein echtes dilemma. wollte ihn nicht weiter stressen (übrigens: heisse filmempfehlung zu dem thema "bienvenue chez les s'tich". wirklich lustig. und wahr. erlebe es täglich. ehrenwort).
3. kapitel
hundis ins auto und hügel runter zum übernächsten dorf zur post. da hängt ein freundliches zettelchen: mein kind muss heute an den halloween-umzug und das kostüm ist noch nicht fertig. post öffnet morgen wieder. nachbargemeinde hat offen. danke für ihr verständnis. ich kenne die dame: man kann ihr nichts abschlagen. der augenaufschlag unter der cherubin-dauerwelle ist unschlagbar! nagut. bin ja eh mit dem auto unterwegs (inzwischen kleben meine zwei vierbeinigen madmoiselles an der scheibe und gebärden sich wie bestien die man da wegkratzen muss; ein fifi-de luxe ist vorbeigeführt worden. einer von der wolligen sorte. und erst noch weiss. die mögen sie irgendwie nicht). alles beruhigt und mit musik im radio weiter ins übernächste dorf.
4. kapitel
die postdame ist wirklich ausgesprochen nett. mit dem augenaufschlag den ich doch irgendwie kenne versichert sie mir dass dieses paket bestimmt nicht heil ankommt, zudem seien die bestimmungen klar: ein offizielles postpaket muss es sein. eins für international. sie schielt die reihe der wartenden entlang und bietet mir höflich das warte-tischchen an. um umzupacken. und so kommt es dass ich unter den ratschlägen aller wartenden mein paket auspacke, wolle herausquillt (war ja schon ziemlich komprimiert das paket). die unter noch besser gemeinten ratschlägen in das neue paket gequetscht wird. am schluss helfen mir: die posthalterin, ein älterer herr der sich an seine galanten zeiten erinnert sieht und ein junger handwerker: einer quetscht, der andere drückt und im richtigen moment zückt die dritte das klebeband.
falls der eindruck von chaos entsteht: nicht wahr. es funktioniert. immer. aber halt auf französisch.
das paket kann auf die reise! schmunzelnd gondle ich mit meinen hunden wieder zurück in mein kleines dorf auf dem hügel .
p.s die aufnahme wurde nicht heute gemacht! ehrenwort !
herzlich
daniela

3 Kommentare:
In unserer deutscher Großstadt ist der Postservice etwas anderer Art. Wenn man sein Anliegen vorgetragen und erledigt hat, startet die Postangestellte ihren Angriff mit der Frage, wann man denn das letzte Mal seinen Stromanbieter gewechselt hat. Und lässt der Kunde sich darauf ein, werden dann seitenweise Angebote verschiedener Anbieter ausgedruckt und erläutert. Das dauert und es gibt noch zwei andere Versionen: Würden Sie mir verraten, wo Sie Ihr Girokonto haben? oder Haben Sie schon einmal daran gedacht, sich ein neues Mobiltelefon zuzulegen? - Letztens habe ich dann nach ewiger Warterei mein Päckchen nicht bekommen, weil mein Mann auf der Rückseite der Benachrichtigung nicht unterschrieben hatte. Ich brauchte dann eine längere Beruhigungsphase.
Viele Grüße
Antje
Wundervoll, liebe Daniela, nun weiss ich wo deine Tochter das Talent zum Schreiben her hat!
HG
Birgit
Wundervoll.
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